Kinderrechte wahren – trotz Schulden die AWO Mittelrhein fordert weitreichende Reformen um Kindern aus überschuldeten Familien trotzdem gute Startchancen zu ermöglichen.

„Kinder haben ein Recht auf eine von Schuldenproblemen unbelastete Kindheit und Jugend“, sagt Michael Mommer, Vorstandsvorsitzender des AWO Bezirksverbands Mittelrhein, anlässlich der Aktionswoche Schuldnerberatung vom 25. bis 29. Mai 2020.

Unter dem Motto „Chancenlose Kinder? – Gutes Aufwachsen trotz Überschuldung!“ stellt die bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung der Wohlfahrts- und Fachverbände die Kinderrechte in den Mittelpunkt. „In der Corona-Krise ist dieses Motto aktueller denn je“, sagt Mommer. „Familien sind in Zeiten, in denen ihre Kinder nicht in die Kita oder Schule oder zu den Freund*innen können, besonders gefordert. Besonders hart trifft es Familien, wenn weitere besondere Probleme, wie Überschuldung, ihr Leben belasten. Kinder leiden in der jetzigen Situation doppelt“.

Kinder können es nicht einordnen, wenn ihre Eltern gereizt sind, weil nicht genug Geld da ist. Sie sind Zeugen bei häuslichen Streitigkeiten und fragen sich dann, ob sie selbst schuld daran sind. Geld für ihre Bedürfnisse ist meistens nicht da. Für Alleinerziehende ist die Situation oft noch schwieriger zu bewältigen.

„Um den Kindern das Recht auf eine von Schuldenproblemen unbelastete Kindheit und Jugend zu gewährleisten und ihnen gute Startbedingungen für die Zukunft zu schaffen, bedarf es deutlicher Reformen“, sagt Mommer. Das „Starke-Familien-Gesetz“ kann dabei nur ein Anfang sein. Zur Unterstützung von Familien mit niedrigem Einkommen, müssen familien- und sozialpolitische Leistungen wie Mindestunterhalt, der Regelsatz für Kinder und Jugendliche in der Grundsicherung und in der Sozialhilfe dringend bedarfsgerecht ausgebaut werden. Schon seit 2009 kämpft die AWO für eine Grundsicherung für Kinder, die ein Existenzminimum für alle Kinder und Jugendlichen sichern soll, die sozial gerecht ausgestaltet ist und unbürokratisch, einkommensabhängig und direkt ausbezahlt werden soll.

Um ein gutes Aufwachsen von Kindern trotz Überschuldung der Eltern unterstützen zu können, hält der Vorsitzende der AWO Mittelrhein vor allen Dingen eine gute Beratung für notwendig. Mommer sagt: „Wir brauchen ein sozialrechtlich verankertes Recht auf kostenfreie Schuldnerberatung für alle“.