Alle Kinder haben Anspruch auf einen guten Offenen Ganztag

Die AWO Mittelrhein will gleiche und gute Standards in der Offenen Ganztagsbetreuung.

Die Offene Ganztagsbetreuung soll bundesweit ausgebaut werden. Dafür will die Bundesregierung im Rahmen des Corona-Konjunkturpakets 3,5 Millionen Euro investieren. Die AWO begrüßt den Ausbau, wenn dieser auch die dringend erforderlichen Schritte zur Sicherung der bestehenden Angebote geht.

In rd. 100 Schulen bietet die AWO in ihrem Bezirksgebiet Plätze für rd. 10.000 Grundschulkinder im Offenen Ganztag an.
Unter sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen und fast immer an der Grenze des Machbaren. Denn für NRW gilt: von einer flächendeckend auskömmlichen Finanzierung der Offenen Ganztagsschulen (OGS) kann nicht gesprochen werden. Die Möglichkeiten für die Träger der Ganztagsangebote hängen hier vorrangig von den freiwilligen Leistungen der einzelnen Kommunen bzw. Kreise ab.
Große regionale Ungleichheiten bzgl. Finanzierung, Standards und Strukturen sind die Folge. Die stetig gewachsene strukturelle Unterfinanzierung der OGS hat sich in den finanzschwächeren Kreisen und Gemeinden verfestigt. So haben OGS-Kinder aus reicheren Städten oder Kommunen oft mehr Möglichkeiten, Kinder aus finanzschwachen Kommunen dagegen einfach Pech.

Der AWO Bezirksvorsitzende, Michael Mommer, fordert: „Wir brauchen für alle Kinder die gleichen guten Rahmenbedingungen in der Offenen Ganztagsbetreuung, unabhängig vom Finanzstatus der Kommunen bzw. Kreise. Personelle, räumliche und sachliche Mindeststandards müssen gesetzlich verankert und verbindlich finanziert werden. Neben dem Recht auf eine Ganztagsbetreuung brauchen wir auch gerechte Voraussetzungen für eine gute Ganztagsbetreuung für jedes Kind.“

Hintergrund:
Die Bundesregierung plant die Einführung eines Rechtsanspruchs auf eine ganztägige Betreuung für alle Grundschulkinder ab 2025. Neben der rechtlichen Regelung im Kinder-und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) wird sie 3,5 Milliarden Euro in den Ausbau der Ganztagsbetreuung stecken: 1 Million neue Plätze sollen entstehen. Bis zum 1. September hat eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe ihre Ergebnisse hierzu abzuliefern. Danach wird es ein sehr verkürztes Beratungs-und Beteiligungsverfahren geben. Ein Bündnis aus Arbeiterwohlfahrt und weiteren Verbänden will erreichen, dass angemessene Qualität in die Regelungen einfließt.

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