AWO Mittelrhein – Journalistenpreis

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Aktuelles

08.11.2019

Vielfalt – Das Bildungsmagazin Herbst 2019 ist da

Vielfalt - Das Bildungsmagazin nimmt das Verniedlichen und Herabsetzen und den gönnerhaften Unterton vieler Politiker*innen und Journalist*innen zum Anlass, sich endlich mit dem Thema Adultismus zu befassen.

Die „Fridays for Future"-Kinder und -Jugendlichen haben eine weltweite Bewegung initiiert und „den Erwachsenen" deutlich gemacht, was sie von ihrem Handeln halten.
„Ihr habt meine Träume und meine Kindheit mit euren leeren Worten gestohlen. Und doch bin ich eine der Glücklichen. Menschen leiden. Menschen sterben. Ganze Ökosysteme kollabieren. Wir stehen am Anfang eines Massensterbens, und alles, worüber ihr reden könnt, sind Geld und Märchen über ewiges Wirtschaftswachstum. Wie könnt ihr es wagen!" (Greta Thunberg).

Als Erwachsene haben wir die Wahl, etwas zu wagen: Wir können uns darum bemühen, Kindern und Jugendlichen gute Verbündete zu sein oder zu werden und uns mit ihnen für eine gute Zukunft einsetzen. Wir können ihnen herablassend oder gar bemitleidend begegnen, wie wir es in vielen Artikeln über Thunberg und die „Fridays for Future"-Bewegung nachlesen können. Oder wir können ihre Einschätzungen, Vorstellungen und Wünsche ignorieren und dabei bleiben, dass wir Erwachsenen es besser wissen.

Adultismus ist die Diskriminierungsform, die sich gegen Kinder, ihre Interessen, ihre Ansichten, ihr Tempo und ihre Vorlieben richtet und die im Gegensatz zu anderen Formen von Diskriminierung jede*r erlebt hat. Kinder erleben, wie sich „Macht, Machtmissbrauch und Machtlosigkeit anfühlen und wie Machtspiele funktionieren", schreibt die Berliner Sozialpädagogin ManuEla Ritz. „Als Kinder werden wir darauf konditioniert, dass es ‚normal‘ ist, dass es ein ‚Oben‘ und ein ‚Unten‘ gibt und dass es erstrebenswert ist, ‚oben‘ zu sein.

Diese Konditionierung mag ausschlaggebend dafür sein, dass wir auch andere Diskriminierungsformen […] als ‚normal‘ hinnehmen und sie daher nicht erkennen, manifestieren oder im wehrhaften Umgang mit derartigen Folgediskriminierungen immer wieder kläglich scheitern."

Ariane Dettloff hat mit Jugendlichen auf der Kölner Demonstration von „Fridays for Future" am 20. September über den Widerstand gegen erwachsene Ignoranz gesprochen. Luisa Kleine vom Naiv-Kollektiv – ein anti-adultistisches Netzwerk – schildert, wie unter anderem durch die Aufwertung der Erwerbsarbeit die Tätigkeiten von Kindern abgewertet werden und zeigt weitere gesellschaftliche Facetten des Themas auf.

Für die pädagogische Praxis hat Sandra Richter einen Grundlagenaufsatz verfasst, der zum einen die Erscheinungsformen in der Familie und dem pädagogischen Handeln benennt und zum anderen mit Reflexionsansätzen und Beispielen aus der Praxis eine diskriminierungssensible Partizipation von Kindern als Gegenentwurf vorschlägt.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre und hoffen, dass auch Sie sich weiter mit der Diskriminierungsform Adultismus befassen.

Mercedes Pascual Iglesias
Diplomjournalistin, Redakteurin

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Viermal im Jahr erhalten Sie das Bildungsmagazin der Integrationsagentur der AWO Mittelrhein.
Es informiert Sie über Inklusion, Partizipation, Menschenrechte, Flucht und Migration, Diskriminierung und Rassismus. Sie können das Bildungsmagazin gerne weiterverbreiten oder auch einzelne Artikel unter Angabe der Quelle daraus entnehmen.




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