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Aktuelles

04.11.2019

AWO NRW: Gerechte Löhne in der Pflege - AWO NRW wehrt sich gegen schwarze Schafe

Der Deutsche Bundestag hat das „Gesetz für bessere Löhne in der Pflege“ verabschiedet und damit den Weg für einen bundesweiten Tarifvertrag in der Pflege geebnet. „Das sind beste Voraussetzungen, um die Arbeitsbedingungen aller Pflegekräfte deutlich zu verbessern“, so Uwe Hildebrandt, Geschäftsführer der AWO NRW. In NRW gibt es bereits einen Tarifvertrag der AWO. Der Verband bietet seinen Mitarbeitenden damit verlässliche Rahmenbedingungen und gute Löhne.

„Es ärgert uns, dass Pflege generell als unterbezahlt gebrandmarkt wird. Das verschlechtert das Image des Berufes und erschwert es uns, neue Fachkräfte zu gewinnen“, kritisiert Uwe Hildebrandt. Er bezieht sich damit auf jüngste Medienberichte, die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zitieren. Demnach liegen knapp zwei Drittel der vollzeitbeschäftigten Altenpflegehelfer in Deutschland unter der Niedriglohnschwelle von 2203 Euro brutto im Monat. Im vergangenen Jahr erzielten 14,1 Prozent der vollzeitbeschäftigten Altenpflegefachkräfte Gehälter unterhalb der Niedriglohnschwelle.

„Für uns als Träger, der nach Tarif zahlt, ist es schwer zu ertragen, mit den schwarzen Schafen der Pflegebranche in einen Topf geworfen zu werden“, so der AWO-Geschäftsführer. Die Bezahlung der AWO-Pflegekräfte in NRW erfolgt auf Basis des TV AWO NRW. Die Eingruppierung einer Pflegefachkraft liegt hier z.B. in der Entgeltgruppe 7a, Stufe 4, bei 3.146,39€ brutto pro Monat. Berufserfahrene Pflegehilfskräfte in der Entgeltstufe 3a, Stufe 4, verdienen brutto 2.540,10€ monatlich. Darin sind Jahressonderzahlungen, Zulagen oder Zuschläge für Wochenend- oder Feiertagsdienste etc. noch nicht enthalten. Auf das Jahresentgelt bezogen, liegen sämtliche Bezüge über der Niedriglohnschwelle. Das gilt auch für Berufseinsteiger, die in den Stufen 1 beginnen. Dort liegt der Einstieg für Pflegehilfskräfte ohne Ausbildung tatsächlich bei monatlich 2128 Euro brutto. „Aber zum einen gelangt man in unserem Tarifvertrag automatisch nach einem Jahr in die nächste Stufe und zum anderen leisten wir Sonderzahlungen. Bei uns arbeitet keine Pflegekraft in Vollzeit unter der Niedriglohnschwelle.“

„Wir fordern schon lange einen bundesweit einheitlichen Tarifvertrag in der Pflege. Die Wertschätzung für die Pflegekräfte drückt sich insbesondere durch eine angemessene Gehaltsstruktur und einen einheitlichen Qualitätsstandard aus. Das ist uns, als einem der größten Träger der Freien Wohlfahrtspflege, ein wichtiges Anliegen“ so Hildebrandt. Mit steigender finanzieller Entlohnung, einheitlicheren und vor allem verlässlichen Dienstplänen werde der Beruf der Pflegefachkraft wieder attraktiver. 

Weitere Informationen
Katrin Mormann
Pressesprecherin AWO NRW
Kronenstraße 63 - 69
44139 Dortmund
Tel. 0231 54 83 234
Mobil 01520 / 7593106
katrin.mormann@awo-ww.de

AWO NRW auf einen Blick:
Die AWO-Bezirksverbände Mittelrhein, Niederrhein, Ostwestfalen-Lippe und Westliches Westfalen haben sich zur Landesarbeitsgemeinschaft AWO NRW zusammengeschlossen. Die AWO ist Trägerin von sozialen Einrichtungen, Beratungsstellen und Dienstleistungen. Schwerpunkte sind die Bereiche Senioren, Kindertagesstätten, Offene Ganztagsschulen, Ausbildung von Pflegekräften und Erziehern sowie Hilfen für Menschen mit Behinderungen. 65.000 Beschäftigte arbeiten für die AWO in NRW. Ebenso wie sie bekennen sich über 90.000 Mitglieder und 25.000 Ehrenamtliche in 730 Ortsvereinen zu den Werten Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit.


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