AWO Mittelrhein – Journalistenpreis 2018

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Aktuelles

20.09.2018

12.000 Kölner*innen zeigten am Sonntag ihre eindeutige Haltung gegen Rassismus und Rechtsextremismus

„Heute haben wir ein starkes deutliches Signal gesetzt“ ruft Pfarrer Hans Mörtter voller Zuversicht von der Bühne auf dem Heumarkt den Teilnehmer*innen der „Köln zeigt Haltung“-Kundgebung zu. „Ab morgen machen wir uns an die Arbeit für eine solidarische Gesellschaft. Eine Arbeit, die Politik in Angsterstarrung vor der AfD kaum leistet. Eine Arbeit, in der wir eine Vision entwickeln, wie unsere Gesellschaft in globaler Verknüpfung allen Menschen gerecht werden kann.“ Für heute kann das Bündnis zu dem im Juli Willkommensinitiativen, vertreten durch die AG Bleiben, die city of hope und der Kölner Runde Tisch für Integration die Initiative ergriffen hatten, zufrieden sein. Sie hatten Köln dazu eingeladen „Haltung zu zeigen für eine solidarische Gesellschaft und gegen Rechtsextremismus und Rassismus “ und 12.000 Kölner*innnen sind gekommen. Gemeinsam mit Gewerkschaften, der AWO und weiteren Wohlfahrtsverbänden will das Bündnis unter diesem Motto weitermachen.

Viele sind gekommen, weil ihnen das rassistische Reden über Geflüchtete zuwider geworden ist. Ihnen spricht der Geschäftsführer des Kölner Flüchtlingsrates aus dem Herzen: „Der Vater aller Probleme, Herr Seehofer, sind Sie, ein Bundesinnenminister, der Verständnis für die Nazis, AfD’ler und Pegida-Anhänger in Chemnitz hat, der den Schutz von Flüchtlingen verweigert und den Rechtsstaat aushebelt, wo er nur kann, der ein Meister der Ausgrenzung ist und der das Land spaltet!“

Nicht nur einzelne Personen, nicht nur Nazis und „besorgte Bürger“, die in Wahrheit nicht besorgt sind, sondern enthemmt, rassistisch und demokratiefeindlich, nicht nur sie greifen Rechtsstaat und Freiheitsrechte an, der Angriff kommt auch von Innen und er kommt aus einer „Mitte“, die keine „Mitte“ ist, sondern nur so tut! Während antirepublikanische, faschistoide Regierungen in Europa den „Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“ verlassen haben und eine menschenverachtende völkerrechtswidrige Flüchtlingspolitik betreiben, ist das Asylrecht auch in Deutschland mittlerweile zu einem winzig kleinen „Asylrechtlein“ demontiert worden.“ (Prölß)

Die Deutsche-Welle Journalistin Ayse Tekin, die selbst vor vielen Jahren aus der Türkei flüchten musste, ergänzt in leiseren Tönen, dass es heute nicht nur um die Rechte der Geflüchteten geht, sondern, dass die deutsche Demokratie in Gefahr ist, wenn die Würde des Menschen angegriffen wird: „Ich weiß, dass es nicht leicht ist, wenn Sie nach der Arbeit müde in der Straßenbahn sitzen und sich Pöbeleien rassistischer Art anhören müssen. Augenrollen reicht in dieser Situation aber nicht mehr. Wir müssen Haltung zeigen! - Auch wenn über Angriffe von „Nafris auf Frauen? gesprochen wird. Auch da müssen wir Haltung zeigen gegen die rassistische Ausnutzung dieser Situation und für die Frauen, die Angriffe erlebt haben. Wir erheben uns gegen beides: Sexismus und Rassismus!“

Die Oberbürgermeisterin blickt über den Tag hinaus und sagt den Teilnehmer*innen auf dem Heumarkt zu: „Wir wollen Menschen erfolgreich integrieren. Und das bedeutet, dass wir uns gemeinsam für eine gleichberechtigte Teilhabe geflüchteter Menschen stark machen. Ihr Zugang zu Bildung, Arbeit, Gesundheit und menschenwürdigem Wohnen muss sichergestellt sein. Dies, liebe Kölnerinnen und Kölner, sind die Schlüssel zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Veronika Daeges von der AG Bleiben und Maura Rafelt von der Seebrücke formulieren in ihren Reden konkrete Erwartungen an die Stadt Köln: "Setzen Sie sich für Ratsbeschlüsse ein, mit denen sich Köln zum sicheren Hafen und zur solidarischen Stadt erklärt und entsprechende Maßnahmen ergreift! Vernetzen Sie sich mit anderen Städten in Deutschland und Europa, die sich als solidarische Städte verstehen – wie z.B. Barcelona, Kölns Partnerstadt!"

Mehr unter: www.koelnzeigthaltung.org, www.facebook.com/koelnzeigthaltung/
Fotos: Petra Metzger, Runder Tisch
Susanne Rabe-Rahman, Tel. 0178 9094714

 

 

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