Wer das Besondere der AWO verstehen will, muss ihre Geschichte kennen: 1919, als Deutschland nach dem 1. Weltkrieg von Zerstörung und Massenarmut beherrscht wird, ergreift eine ungewöhnliche Frau die Initiative: Marie Juchacz, sozialdemokratische Abgeordnete, SPD-Vorstandsfrau und Frauenrechtlerin. Sie gründet die Arbeiterwohlfahrt, um die große Not dadurch zu lindern, dass Bedürftige einander solidarisch helfen durch von Freiwilligen betreute Nähstuben, preiswerte Mittagstische oder Beratungsstellen.

Nach einer fast 12 Jahre dauernden Phase des Verbots im 2. Weltkrieg beginnt die AWO nach dem Krieg mit dem Wiederaufbau. Auch am Mittelrhein findet sich in Köln ein kleiner Kreis von Männern und Frauen, die handfeste praktische Hilfe leisten. Sie organisieren Unterkünfte, Essen und Kleidung für Ausgebombte, Flüchtlinge, ehemalige Häftlinge, Kriegsbehinderte und Kriegshinterbliebene. Gleichzeitig beginnt sich die AWO als Organisation neu zu konstituieren.



Juli 1948
Bezug des ersten Büros der AWO in Köln am Venloer Wall
Okt. 1949 Gründung des heutigen Bezirksverbandes Mittelrhein
1945-1953 Verteilung von CARE-Paketen und eigens aus dem Ausland beschafften Hilfsgütern wie Lebensmittel, Stoffe, Unterkünfte

Jugendfürsorge für deutsche Kinder ohne Vater durch Kindergärten, Jugendgruppen und Erholungsmaßnahmen
1953 Ende der ersten Periode der AWO-Arbeit nach dem Krieg
1955 Einstieg in die systematische Wohlfahrtspflege, u.a. durch die Einstellung von Fachpersonal
1957 Eröffnung des ersten Altenwohnheims im Bezirksgebiet der AWO in der Kölner Rubensstraße
60er Jahre Schwerpunkt der Arbeit in der Altenhilfe: Entstehung zahlreicher Altenheime; erste Angebote von Ferienerholung für Ältere
1963 Eröffnung des 1. Betreuungszentrums für türkische Mitbürger
1970 Eröffnung der Ferienkolonie "Hubertushang" in Odenthal für Kinder, Erwachsene und Senioren
80er Jahre Einstieg in Beratung und Hilfe für Arbeitslose angesichts zunehmender Arbeitslosigkeit
Gründung von Schuldnerberatungsstellen wegen der Überschuldung vieler Haushalte
1982 Intensivierung der Bildungsarbeit und Gründung der Weiterbildungseinrichtung der AWO Mittelrhein e.V. "Helene-Simon-Bildungswerk"
1987 Beginn der Arbeit für AIDS-Kranke und HIV-Infizierte
90er Jahre Verstärktes Engagement für Menschen mit Behinderungen durch Übernahme der Einrichtung "Der Sommerberg" und den Ausbau von Einrichtungen für mehrfachbehinderte Menschen

Entstehung zahlreicher Angebote für Kinder wie Kindergärten, Tageseinrichtungen etc.
1992 Eröffnung der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber und Beginn des Engagements für Asylanten
2001 Umzug der Geschäftsstelle AWO Mittelrhein e.V. vom Venloer Wall in Köln in die neue Geschäftsstelle in Köln-Chorweiler


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50 Jahre AWO-Mittelrhein
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