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Aktuelles

14.03.2017

Mit dem Themenjahr 2016 „Für Menschen nach der Flucht – Miteinander in Würde leben“ positioniert sich die AWO klar für eine weltoffene, tolerante Haltung.

Wir sprechen darüber mit der Vorsitzenden der AWO Mittelrhein, Beate Ruland.

Red.: Frau Ruland, in einer Pressemeldung vom Januar 2016 appellieren Sie an die Politik: „Das Jahr 2016 muss ganz im Zeichen der Integration stehen.“  Bundesweit positioniert sich die AWO mit dem Themenjahr 2016 „Für Menschen nach der Flucht – Miteinander in Würde leben“ klar für eine weltoffene, tolerante Haltung. Was hat die AWO Mittelrhein für die Geflüchteten getan?

Ruland: „Die AWO Mittelrhein setzt sich seit ihrer Wiedergründung 1949 für Geflüchtete Menschen ein. Seitdem suchen Menschen hier bei uns Zuflucht vor Krieg, Hunger, Armut oder Perspektivlosigkeit. Der große Flüchtlingszustrom 2015 konnte nur bewältigt werden, weil sich die Zivilgesellschaft mit Mut, persönlichem und finanziellem Einsatz dieser Aufgabe gestellt hat. Eine Herausforderung, von der niemand wusste, ob sie am Ende gelingen würde.


Red.: Sie sprechen vom ehrenamtlichen Engagement?

Ruland: Ja, ohne die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer hätte es nicht funktioniert. Ohne sie wird es auch in Zukunft nicht gehen. Aber die Aufnahme und Integration von Geflüchteten in unsere Gesellschaft braucht auch hauptamtliche Strukturen und politischen Rückhalt.


Red.:
Bei hauptamtlichen Strukturen denkt man zuerst an Erstaufnahmeeinrichtungen.

Ruland: Natürlich ging es zunächst darum die große Zahl der Geflüchteten zu bewältigen. Hier hat der Kreisverband Düren und der Regionalverband Rhein-Erft und Euskirchen hervorragende Arbeit geleistet. Das Hauptanliegen der AWO Mittelrhein ist jedoch seit jeher die Integration und die mittel- und langfristig wirkende Hilfe.


Red.: Was hat die AWO Mittelrhein hierzu auf den Weg gebracht?

Ruland: Der Sommerberg, die AWO GesA, die Bezirksgeschäftsstelle mit ihren verschiedenen Bereichen, die AWO Rheinlandstiftung, alle haben sich engagiert und tolle Projekte angepackt. Ich bin wirklich sehr beeindruckt und stolz auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Beispiel unterstützt der Bezirksverband schon seit Oktober 2015 die AWO-Kitas im Bezirksgebiet bei Fragen der Integration von Flüchtlingskindern. Der Sommerberg hat seine Kapazitäten bei der Unterbringung und Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge aufgestockt, übrigens mit Unterstützung der AWO Rheinlandstiftung, die auch noch weitere vier Projekte für Geflüchtete gefördert hat. Die GesA hat der ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuung im Seniorenzentrum Niederzier Raum gegeben, daraus konnte sich die Betreuung der Flüchtlingsarbeit in Niederzier durch die AWO Mittelrhein entwickeln.

Mit der Aktion „Schulplätze für alle“ kämpft die Integrationsagentur der AWO Mittelrhein dafür, dass in Köln und Umgebung alle Flüchtlingskinder in die Schule gehen können.

In zahlreichen Informationsveranstaltungen, Diskussionsrunden, Pressegesprächen mit unterschiedlichen Kooperationspartner*innen hat die Integrationsagentur auf Missstände und Entwicklungspotentiale hingewiesen, auch das Bildungsmagazin „Vielfalt“ hat sich in mehreren Ausgaben intensiv mit dem Themenkomplex befasst.

Die Frauen des IntegrationslotsInnen-Projekts der AWO stellten in Ostheim Begegnungsmöglichkeiten für Geflüchtete und Zuwander*innen her.

Der 2016 ausgelobte AWO Mittelrhein Journalistenpreis fand in der Flüchtlingseinrichtung Niederzier statt und prämierte 5 herausragende journalistische Beiträge zum Thema Flucht.


Red.: 
Gibt es auch Aktivitäten aus dem Mitgliederverband?

Ruland: Die Bezirkskonferenz hat ihren Leitantrag „Für Menschen nach der Flucht – Miteinander in Würde leben“ verabschiedet. Damit machten die AWO Mitglieder deutlich, dass eine gelingende Zukunft nur gemeinsam gestaltet werden kann. Der Antrag wurde auch an die Bundeskonferenz weitergeleitet und dort Ende November 2016 beschlossen. Das Jugendwerk der AWO Mittelrhein veranstaltet verschiedene Aktionen zum gegenseitigen Kennenlernen, wie z. B. Kochabende mit Geflüchteten. Die ehrenamtliche Arbeit der AWO-Mitglieder wirkt vor allem in ihren Ortsvereinen, dort wo sie leben. Dort sind viele von Ihnen in den unterschiedlichsten Projekten und Initiativen aktiv und helfen, wo sie nur können.


Red.:
Sie sagen damit, die Hilfe der AWO wirkt vor allem dann, wenn die Geflüchteten angekommen sind.

Ruland: „Ja und nein. Die AWO Mittelrhein ist auch Mitglied von AWO international. AWO international hilft in der Seenotrettung im Mittelmeer Leben zu retten. In den vielen Projekten rund um die Welt bekämpft sie Fluchtursachen und hilft den Menschen in ihrer Heimat zu überleben.


Red.:
Wie wird es Ihrer Meinung nach weiter gehen?

Ruland: „Wir sollten uns darauf einstellen, dass sehr viele der Geflüchteten bei uns bleiben. Das wird unsere Gesellschaft verändern. Wie sie das tut, liegt zu einem beachtlichen Teil in unserer Hand. Wenn wir uns auf unsere AWO-Grundwerte verlassen, Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit haben wir die Chance es zu schaffen.

 

 

 

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