Wir helfen vor Ort:

AWO Rheinlandstiftung
AWO Rheinlandstiftung

Kontakt

AWO Bezirksverband Mittelrhein e.V.
Rhonestraße 2a
50765 Köln
Tel: 0221 / 579 98 - 0
Fax: 0221 / 579 98 - 59

Aktuelles

02.08.2017

Die AWO fordert mehr Personal und weniger Bürokratie in der Pflege

Heute war das ZDF Morgenmagazin (mo:ma) zu Gast im AWO Seniorenzentrum Süssendell. Im Rahmen der Berichtsreihe „Pflege im Wahlkampf“ stellte die Einrichtungsleiterin Nicole Mehr dem Bundesgesundheitsminister, Hermann Gröhe, und dem Vorsitzenden der Linken, Bernd Riexinger, Fragen zu aktuellen Themen im Arbeitsfeld Pflege.

Die Bilder im Morgenmagazin des ZDFs zeigen die AWO Senioreneinrichtung in Süssendell. Es sind beschauliche Eindrücke. Das Seniorenzentrum mit Dorfcharakter legt viel Wert darauf, dass die Bewohnerinnen und Bewohner möglichst selbstbestimmt leben und sich in die Gemeinschaft und den Alltag in der Einrichtung einbringen können. Damit das gelingt braucht es gute Rahmenbedingungen. Für Nicole Mehr sind dies vor allem genügend gut ausgebildete Pflegefachkräfte. Bundesminister Hermann Gröhe sieht im Interview gute Pflege vor allem durch das neue Pflegestärkungsgesetz gewährleistet. Seit 2017 hebt der Pflegebedürftigkeitsbegriff vor allem die nachteilige Behandlung von beispielsweise Demenzkranken auf. Statt der ehemals 3 Pflegestufen wurden 5 Pflegegrade eingeführt.
Andreas Johnsen, Geschäftsführer des Bezirksverbandes der AWO Mittelrhein sieht dies jedoch kritisch. Er sagt: „das Pflegestärkungsgesetz ändert vorerst nichts an der unzureichenden Personalsituation. Ziel muss eine grundsätzlich bessere Personalausstattung in den Pflegeeinrichtungen sein. Derzeit gibt es lediglich einen wissenschaftlichen Auftrag zur Personalbedarfsmessung. Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz bleiben viele Baustellen unbearbeitet. Neben der zu geringen Personalausstattung in Pflegeeinrichtungen, fehlt unter anderem eine Finanzierung, um zum Beispiel automatische Leistungsanpassungen in Höhe vom Inflationsausgleich und Lohnentwicklung zu sichern. Darüber hinaus fehlt eine Regelung, die sicherstellt, dass die Pflegeversicherung durch eine solidarische und paritätische Finanzierung der Beiträge eine bessere Einnahmebasis bekommt. Nur so kann es zu echten Leistungsverbesserungen kommen.“ 
Der Vorsitzende der Linken, Bernd Riexinger, will im nachfolgenden Interview das Problem der
Finanzierung der Pflege durch die Einführung einer Bürgerversicherung lösen. Die demographisch bedingten, sich stetig erhöhenden Ausgaben für die soziale Pflegeversicherung müssen seiner Ansicht nach eine Erhöhung der Einnahmebasis mit sich führen. Grundsätzlich stimmt die Arbeiterwohlfahrt dem zu. Für sie ist die Einführung einer paritätischen und sozialen Kranken- und Pflegeversicherung, in der der Versichertenkreis auf alle Menschen ausgeweitet wird, alle Einkommensarten in die Beitragsbemessung einbezogen werden und die Beitragsbemessungsgrenze auf das Niveau in der gesetzlichen Rentenversicherung erhöht wird, die beste Möglichkeit, um die zukünftig wachsenden Leistungen der Krankenversicherung und Pflegekassen finanzieren zu können. 
Die Einrichtungsleiterin, Nicole Mehr, gibt sich damit jedoch nicht zufrieden. Sie fordert zügig mehr Menschen in den Pflegeberuf zu bringen und Bürokratie und Dokumentationspflichten abzubauen. „Der Pflegeberuf ist attraktiv. Unsere Fachkräfte üben ihren Beruf mit Freude, menschlicher Wärme und großer Fachlichkeit aus. Das muss auch für die Zukunft gesichert werden“ sagt sie.
Dabei liegt die große Herausforderung für den Geschäftsführer der AWO Mittelrhein, Andreas Johnsen, allem bei der Pflegeausbildung. Er sagt: „Die AWO hat das ehrgeizige Gesetzesvorhaben der Zusammenlegung von drei Ausbildungen zu einem neuen Pflegeberuf intensiv begleitet. Das zentrale Motiv dafür ist und bleibt, dass gute Pflege für ältere Menschen auch zukünftig gesichert sein muss. Neben einer qualitativ guten Ausbildung gehören dazu ebenso genügend Fachkräfte. Deshalb ist es wichtig, dass sowohl für die Ausbildung selbst als auch für die Ausbildungseinrichtungen attraktive Rahmenbedingungen gelten müssen. Konkret meint dies eine bundesweit tarifliche Entlohnung auf der Grundlage eines allgemeinverbindlichen Tarifvertrages für alle Beschäftigten in der Altenpflege und eine
angemessene und ausreichend finanzierte Personalausstattung in der Pflege.“ 

Nach oben