AWO Sonderkonferenz

Aufbruch in die Zukunft

Am 22. und 23. Juni kamen in Magdeburg mehr als 400 AWO-Delegierte aus ganz Deutschland zu einer Sonderkonferenz zusammen. Unter ihnen auch 31 Delegierte und Gäste aus der AWO Mittelrhein. Im Mittelpunkt der zweitägigen Beratungen standen Entscheidungen und Beschlüsse zur zukünftigen Verbandspolitik und Unternehmenspolitik der AWO.

Mit der einstimmigen Verabschiedung der „Grundsätze und Eckpunkte zur Verbandsentwicklung der AWO“ fand ein mehrjähriger innerverbandlicher Diskussionsprozess seinen vorläufigen Abschluss. Reformvorhaben zur Verbandsmodernisierung sind jetzt auf den Weg gebracht und werden in den kommenden Jahren in den Gliederungen der AWO vor Ort umgesetzt werden (müssen).

Dabei zählt zu den Kernaufgaben die Neuordnung der Verantwortungsbereiche, der Zuständigkeiten und Aufgabenstellungen für die AWO als Mitgliederverband einerseits und als Anbieter von sozialen Dienstleistungen andererseits. Alle AWO-Verbände mit sozialen Einrichtungen und Diensten werden künftig ihre Rolle im Markt der Sozialwirtschaft aktiver gestalten müssen. Dazu gehört eine Verbesserung der Qualität der zu erbringenden Leistungen ebenso wie die Optimierung der Effizienz der Leistungserbringung. Gleichrangig wird aber auch die Förderung und praktische Gestaltung des sozialen Ehrenamtes und des bürgerschaftlichen Engagements zu den zentralen verbandspolitischen Aufgaben der AWO zählen.


Schutz vor Dumpinglöhnen in der Pflege

Die Arbeiterwohlfahrt fordert einen wirksamen Schutz vor Dumpinglöhnen in der Pflege. „Private Konkurrenten und Schwarzarbeiter unterlaufen gezielt Tarife“, so Wilhelm Schmidt, Bundesvorsitzender der AWO, anlässlich einer Pressekonferenz zu Beginn der Sonderkonferenz in Magdeburg. Mindestlöhne könnten diese Entwicklung bremsen. Andernfalls käme die AWO in Gefahr, wegen des Kostendrucks keine Tariflöhne mehr zahlen zu können.

Auch Arbeitsminister Franz Müntefering und SPD-Fraktionschef Peter Struck forderten in ihren Grußworten an die Delegierten der Sonderkonferenz einen generellen Mindestlohn.


Hinsehen und Gesicht zeigen!

Zum Abschluss ihrer Sonderkonferenz rief die AWO zu mehr Engagement gegen Rechtsextremismus in Deutschland auf. In ihrem Magdeburger Appell „Demokratie heißt Hinsehen und Gesicht zeigen!“ beklagt die AWO, dass Rechtsextreme zivilgesellschaftliche Strukturen zunehmend unterwandern. Die klassischen Aufgaben der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege würden in immer stärkerem Maße systematisch von Gruppen und Menschen mit rechtem Gedankengut besetzt. Im Kontext dieses Gedankenguts würden Menschen ausgegrenzt, verachtet, missachtet und auch gewaltsam angegriffen. Dies stehe im krassen Gegensatz zu Werten wie Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit. Deshalb forderten die Delegierten der Sonderkonferenz alle Verbandsgliederungen auf, „auch in Zukunft vehement gegen die Unterwanderung zivilgesellschaftlicher Strukturen durch Personen und Gruppierungen mit rechtem Gedankengut einzutreten und zugleich die engagierte Integrationsarbeit auf allen Verbandsebenen fortzusetzen“.

Weitere Informationen zur Verbandsentwicklung der AWO und den Wortlaut des Magdeburger Appells unter www.awo.org